LOGI-Kost: Sinnvolle Ernährung bei Stoffwechselkrankheiten und Krebs?

Immer wieder kann man von Erfolgen in der Behandlung der Zuckerkrankheit durch eine Ernährungsumstellung auf LOGI-Kost (=low glycemic index) lesen. Die Einführung der LOGI-Kost wurde von Ludwig von der Harvard Universität vorgeschlagen (1). Im Gegensatz zur kohlenhydratreichen und fettarmen Nahrung empfiehlt er einen Fettanteil von 50-60 % und eine Reduzierung der Kohlenhydrate auf 20-30 %. Der Eiweißanteil beträgt demnach auch 20-30 %. Auch Studien von P. Heilmeyer und Aussagen von führenden Ernährungsexperten wie zum Beispiel N. Worm (2) bestätigen diese Erfolge.

Der Mythos vom bösen Fett hat sich so tief in unser Bewusstsein eingebrannt, dass alternative oder gegensätzliche Auffassungen gar nicht ernst genommen werden. In der oben genannten Studie von P. Heilmeyer an 45 adipösen Typ-2-Diabetikern mit LOGI-Kost sank nicht nur der Blutzucker nach dem Essen auf 120-130, das Cholesterin um 12 %, die Triglyceride um 27 %, die Patienten verloren auch noch fast 1 kg/ Woche. Die Hälfte von ihnen konnte die Medikamente absetzen und die andere Hälfte, die Medikamente deutlich reduzieren (3).

Die Resultate wurden im Medical Tribune zitiert und von einigen Experten scharf attackiert. Aufällig ist, dass sich viele medizinische Zeitschriften geweigert haben, diese Ergebnisse zu veröffentlichen. Ob das an den vorgeworfenen methodischen Mängeln der Studie liegt oder daran, dass die Ergebnisse nicht den seit Jahren gelehrten und etablierten Meinungen der Experten entspricht, bleibt für Außenstehende unbeantwortet.

Kann eine kohlenhydratarme und fettreiche Kost dem Diabetiker helfen?

“Die Ursache von Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht und Bluttfetterhöhung ist eine Mitochondriopathie” (4), sagt Bodo Kuklinski, Facharzt für innere Medizin und Umweltmedizin. Durch ererbte oder erworbene Störungen der Mitochondrien können die Zellen nur bedingt Adenosintriphosphat (ATP -Energieträger-Molekül) erzeugen. Die Ursachen dafür seien vielfältig. Letztendlich könne es zu einer erhöhten Produktion von freien Radikalen in den Mitochondrien kommen, die zuckerspaltende Enzyme der Glykolyse oxidieren. Der Zucker könne nicht hinreichend in der Energieproduktion verwertet werden und erhöht sich im Blut. ATP ist unter anderem wichtig, um Kalzium aktiv aus der Zelle hinauspumpen zu können. Ein vermehrter Kalzium-Einstrom in die Zelle kann zu erhöhter NO-Gas Produktion führen und den programmierten Zelltod einleiten oder die mitochondriale Leistung weiter mindern (5).

Die Zelle leidet unter Glukosezufuhr, weil ihre Mitochondrien die Stoffwechselprodukte der Glukose nicht aufnehmen können und Glukose erst in Fett umgebaut werden muss, bevor sie verbrannt werden kann. Im Labor findet man bei Diabetikern bei ca. 80 % erhöhte Pyruvat- und Laktatspiegel (4). Diese resultieren aus einer Störung des Pyruvatdehydrogenasekomplexes, der sich mit Vitamin B1 und Alpha-Liponsäure ankurbeln lässt. Ursache für diese Pyruvatumwandlungsstörung kann nitrosativer Stress (Nitrostress) oder Mikronährstoffmangel sein. Fette können in diesem Fall unter Umgehung des Pyruvats direkt in den Mitochondrien verbrannt werden.

Eine Mitochondriopathie äußert sich in energetischen Defiziten. Müdigkeit, Hunger, Unruhe, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schwitzen und andere Symptome treten auf. Nach dem LOGI-Prinzip wäre es sinnvoll, fettreiche Speisen zu bevorzugen und die Kohlenhydratzufuhr einzuschränken. Zurück zur guten alten Butter? Lieber den vollfetten Quark kaufen und nicht an Sahne sparen? Fett ist sicherlich nicht gleich Fett, eine fettreiche Ernährungsempfehlung ist auf jeden Fall erstmal gewöhnungsbedürftig.

Derartige Empfehlungen widersprechen allen bisher gelehrten Ernährungsempfehlungen für Diabetiker und Nicht-Diabetiker (6). Seit Jahrzehnten meidet unsere Gesellschaft Fett und konsumiert sehr viele Kohlenhydrate. Dennoch breiten sich unsere Volkskrankheiten weiter aus und die Bevölkerung schluckt immer mehr Pillen, weil grundlegende Stoffwechselprozesse nicht verstanden und nicht in den Praxisalltag übermittelt werden. Mittlerweile erkranken Jugendliche und sogar Kinder vermehrt an Altersdiabetes. Die Wichtigkeit der Mitochondrien wurde bisher unterschätzt.

Vielleicht darf unsere Nahrung auch nicht mehr unsere Medizin sein, wie es Hippokrates eigentlich schon 400 v. Chr. forderte, weil eine ganze Branche davon lebt, dass wir krank sind und krank bleiben. Im deutschen Ärzteblatt schreibt Klaus Dörner, der vielleicht profilierteste Vertreter der deutschen Sozialpsychiatrie:„Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können” (7)!

Bei Energiedefiziten holt sich der Organismus seine Energie auf anderen Weise. Er produziert sie mit vermehrter aerober Glykolyse oder über den Pentose-Phophat-Weg über TKTL 1. Seit Otto Warburg (1924) und spätestes seit Dr. Johannes Coy (2009) wissen wir, dass diese Stoffwechselprozesse einen wesentlich Schritt in der Krebsentstehung darstellen (8). Auch das Zellsymbiose-Therapie-Konzept nach Dr. Heinrich Kremer postuliert, dass Zellen, deren Mitochondrien nicht funktionieren, im Zellteilungszyklus gefangen sind und so zu Krebszellen werden können (9).

Bei Diabetes kann eine Mitochondrienregenerationtherapie helfen. Wenn das mitochondriale Genom noch nicht beschädigt ist, können Mikronährstoffe und Entgiftungsmaßnahmen die mitochondriale ATP-Produktion verbessern. Einfache Blutuntersuchungen geben erste Hinweise auf den mitochondrialen Stoffwechsel.

In Unwissenheit dessen, verschreiben gut meinende Therapeuten noch potenziell mitochondrientoxische Medikamente wie Statine oder CSE-Hemmer zur Cholesterinsenkung, orale Antidiabetika wie Metformin oder Vitamin B12 senkende Medikamente, wie Antacida oder NSAR (10). Vitamin B12 ist der natürliche Gegenspieler von NO-Gas, da es dieses bindet (11/12).

Auch bei Tumorpatienten kann es sinnvoll sein, sich an eine LOGI-Kost zu halten, da Krebszellen ihre ATP nicht über die Mitochondrien modulieren und ihnen damit Fett als Brennstoff nicht zur Verfügung steht (13). Nicht zuletzt sei hier auf die Arbeiten von Johannes Coy verwiesen (7/14).

Weiterlesen:
NO-Gas und nitrosativer Stress – Nitrostress
Mitochondriale Medizin

 

Quellen:
1. Ludwig, D.S.: Dietary glycemic index in obesity. J. nutr. 130 (2000)
2. Worm, N., Muliar, D.: “Low Carb – Die Ernährungsrevolution” (2004)
3. Heilmeyer, P., Kohlenberg, S., Dorn, A. et al: Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2 mit kohlenhydratreduzierter Kost  (LOGI-Methode). Internistische Praxis 46 (2006) S. 181-191).
4. Kuklinski, B.: Nahrungsfett, metabolisches Syndrom, mitochondriale Zytopathie. OM & Ernährung 120 (2007) F63 – F69
5. Pall, M. L. Explaining „unexplained ilnesses“ (2007) S. 13
6. Töller, M.: Evidenzbasierte Empfehlungen zur Ernährungstherapie und Prävention des Diabetes mellitus. Ernährungs-Umschau 52 (2005) S. 216-219)
7. Dtsch Ärztebl 2002; 99(38): A-2462 / B-2104 / C-1970
8. Coy, J., Möller, D.: Wenn Krebszellen gären, wird´s gefährlich AZN 2/2009
9. Kremer, Heinrich: “Die stille Revolution der Krebs- und AIDS-Medizin” (2001)
10. Univ.-Prof. DDr. Josef Finsterer: Mitochondriopathien: Therapie zerebraler Manifestationen von mitochondrialen Erkrankungen, Jatros Neurologie & Psychiatrie 7/2009, S 6-8
11. Ng, J., Frith, R.:Naging. Lancet 360 (2002) p. 384
12. Kuklinski, B.: Zur Praxisrelevanz vom nitrosativen Stress. Umwelt Med. Gesellsch 18 (2005) 95-106)
13. Nebeling, L.C., Miraldi, F., shurin, S,B, et al.: Effects of a ketogenic diet on tumor metabolismus and nutritional status in pediatric oncology patinets. J.Am. Coll. Nutr. (1995) 202-208; Xu,R.H., Peicano, H., Zhou, Y. et al.: Inhibition of glycolysis in cancer cells: a novel strategy to overcome drug resistance associated with mitochondrial respiratory defect on hypoxy. Cancer Research 65 (2005) 613-621)
14: Coy, J., Franz, M.: “Die neue Anti-Krebs-Ernährung” (2009)

Hinweis: Alle auf meinen Seiten veröffentlichten Texte wurden von mir verfasst, sofern nicht explizit auf eine externe Quelle verwiesen wurde und haben keinen Anspruch auf umfassende Darstellung. Sie enthalten lediglich meine persönliche Meinung zu den dargestellten Themen. Alle vorgestellten Methoden beruhen auf naturheilkundlicher Erfahrungsmedizin und haben keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass sich die schulmedizinische Lehrmeinung von meinen Darstellungen unterscheiden kann!

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