Leaky gut syndrome (engl.: durchlässiger, leckender Darm), Leaky-gut

Der durchlässige Darm als Krankheitsursache

Schon vor 2400 Jahren soll der griechische Arzt Hippokrates festgestellt haben: “Der Tod sitzt im Darm”. Wie wichtig ein gesunder Darm für die Gesundheit sein kann, das ist heute kaum jemanden bewusst. In der Naturheilkunde ist seit langem bekannt, dass der Darm häufig an chronischen Krankheiten beteiligt ist. Neu ist nur, dass jetzt der genaue Mechanismus bekannt wurde und einen schulmedizinischen Namen, eben Leaky-gut-Syndrom, bekommen hat.

Aufgaben der Darmschleimhaut

Ein deutscher Darm verdaut durchschnittlich in 75 Jahren Lebenszeit 40 Rinder, 200 Sack Kartoffeln und 11.764 Dosen “Erbsen und Möhren” (1). Der Darm ist aber deutlich mehr als nur ein Verdauungsrohr! Im gesunden Zustand dient die Darmschleimhaut als Grenze zwischen Innen- und Außenwelt. Sie lässt lebenswichtige Nahrungsbestandteile passieren und hindert toxische Substanzen daran, in den Körper einzutreten. Diese Barrierefunktion ist enorm wichtig für den gesamten Organismus. Als Schutzschicht wird sie von symbiotischen Darmbakterien besiedelt. Deren Aufgabenspektrum reicht von der Aufbereitung der eingenommenen Nahrung über die Erzeugung wichtiger Nährstoffe bis hin zur Unterstützung des menschlichen Immunsystems. Die meisten Schadstoffe passieren den Darm und müssen unschädlich gemacht werden. Auch dafür sind vor allem die Mikroorganismen der Darmflora zuständig.

Wie kommt es zum Leaky-gut-Syndrom?

Das gesunde Milieu der Darmflora verändert sich im Laufe des Lebens durch Fehlernährung, Antibiotika, Konservierungsstoffe und andere Lebensmittelzusätze so, dass es zu einem Ungleichgewicht zwischen den gesunden und krankheitsfördernden Darmbewohnern kommt. Antibiotika und Konservierungsstoffe töten auch unsere Symbionten. Die krankmachenden Bakterien und Pilze können sich in dem gestörten Darmmilieu übermäßig vermehren, indem sie unverdaute Nahrung durch Gärung verwerten und saure Giftstoffe produzieren. Diese Giftstoffe reizen die Darmschleimhaut und es kommt zu lokalen Entzündungen. Wenn das Darmmilieu sich nicht normalisiert und die auslösende Ursache weiterhin besteht, kann die Entzündung chronisch werden. Die ständige Reizung der Schleimhaut lässt diese löchrig werden. Aber auch unerkannte Nahrungsmittelallergien, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) oder Glutenunverträglichkeit können eine ständige Reizung der Darmschleimhaut bewirken. Wenn potenziell allergene Nahrungsbestandteile und Verdauungstoxine die Darmschleimhautbarriere passiert haben, können sie sich im Körper ausbreiten und in verschiedenen Geweben Entzündungen hervorrufen. Häufig werden die Symptome nicht mit einer durchlässigen Darmschleimhaut in Verbindung gebracht und nur lokal behandelt oder unterdrückt (2).

An folgenden Erkrankungen kann eine durchlässige Darmschleimhaut mitbeteiligt sein (2):

  • Allergie
  • Neurodermitis
  • Glutensensitive Enteropathie
  • Zöliakie
  • Infektanfälligkeit
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Rheumatoide Arthritis
  • Migräne
  • ADHS
  • Autismus
  • u.a.

Wer ist betroffen?

Die Zahl der Betroffenen ist unbekannt. wer schon lange unter diffusen und therapieresistenten Beschwerden leidet, kann eine durchlässige Darmschleimhaut haben. Und so lange diese nicht ins Therapiekonzept integriert wird, bleiben viele Behandlungen erfolglos.

Erfahren Sie mehr über den Darm.
Therapie des Leaky-gut-Syndroms.

Quellen:
1. Planet Wissen – Alles muss raus! 26.05.2003
2. Beckmann, G., Rüffer, A.: Mikroökologie des Darmes. Grundlagen, Diagnostik und Therapie, 2. Aufl. 2007

Hinweis: Alle auf meinen Seiten veröffentlichten Texte wurden von mir verfasst, sofern nicht explizit auf eine externe Quelle verwiesen wurde und haben keinen Anspruch auf umfassende Darstellung. Sie enthalten lediglich meine persönliche Meinung zu den dargestellten Themen. Alle vorgestellten Methoden beruhen auf naturheilkundlicher Erfahrungsmedizin und haben keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass sich die schulmedizinische Lehrmeinung von meinen Darstellungen unterscheiden kann!

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